Allgemein

Die Oleander Frauen

Die Oleander Frauen - Teresa Simon

„Was, wenn die Liebe alle Schranken durchbricht?“

„Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von der Kindheit an Freund und Vertrauter. Sie treffen sich immer heimlich im Gewächshaus zwischen duftenden Oleanderpflanzen. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird Sophie und Hannes klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.“

„Unwillkürlich hatte Sophie den Weg zum Glashaus eingeschlagen, in dem auf einigen der Tischchen kleine Windleichter leuchteten. Obwohl es warm war, lagen gefaltete Decken auf manchen der Lehnen. Sie liebte diesen Zufluchtsort ebenso wie ihre Mutter, die im Winter hier viele Stunden inmitten ihrer Pflanzen verbrachte.“

„Heute gehörte er ihr ganz allein. Sophie lies sich auf einem der Deckchairs nieder, streckte sich aus und schloss die Augen. Ein perfekter Platz, um von Hannes zu träumen – nicht von dem, der sie abfällig angefahren hatte, sondern von einem, der sie mit ausgebreiteten Armen sehnsüchtig erwartete …“

„Ein Geräusch ließ sie aus ihrem Traum hochfahren.
Es war Hannes, der sich über sie beugte – Hannes!
War das noch immer ein Traum?
Wenn ja, dann sollte er niemals enden.“

Kleines Fazit:

Ich lese die letzten Seiten, schlage das Buch zu und denke nur: mega, geil, Wahnsinn, ohne Worte, Gefühle pur! Das neue Werk von Teresa Simon ist wieder eine Leistungssteigerung und gehört jetzt schon zu meinen Highlights 2018.

Das Buch ist gepickt mit ständig neuen Geheimnissen, ist spannend, packend, dann doch wieder anders, einfach Emotionen pur.

Im Jahre 2017 lebt Jule Weißbach, Tochter von mittlerweile getrennten Eltern, in Hamburg und versucht trotz „Jule ohne Plan“ ihr Café Strandperlchen, in welchem sie besondere Kaffeesorten mit Bohnen aus der ganzen Welt, sowie selbstgebackene Kuchen anbietet, trotz lokaler Hindernisse zu führen und eben nicht aufzugeben. Wie sonst immer…

„»Das, was Sie soeben getrunken haben, ist eine Spitzenqualität aus Brasilien«, sagte sie. »Diese Arabica-Bohnen werden in einem speziellen Humidor aufbewahrt und danach ganze zwanzig Minuten lang bei zweihundert Grad schonend geröstet, statt viel Minuten bei sechshundert Grad, wie sonst in der Massenproduktion üblich. Ich lege Wert auf beste Qualität, und ich denke, das schmeckt man.«

Zeitgleich entdeckt Johanna Martens, liebenswerte Rentnerin ohne eigene Nachkommen, auf dem Dachboten ihrer verstorben Mutter einen geheimnisvollen Koffer mit einem Tagebuch über das Leben der noch so jungen Sophie Terhoven.

Die Geschichte um Sophie Terhoven, Tochter eines noblen Kaffeebarons, beginnt 1936 inmitten der beginnenden Vorkriegszeit, durchlebt die Kriegszeit, den Hass und die Jagd auf Juden, Homosexuelle und sogenannte Krüppel, und endet 1945. Zur Seite stehen Sophie ihr bester Freund Malte Voss, welcher aufgrund einer Kinderlähmung eine Versteifung des Beines erlitten hat, sowie Hannes, Sohn der ledigen Köchin des Hauses. Zwischen Hannes und Sophie entwickelt sich eine geheime und doch untersagte Liebe… An dieser Stelle lest ihr am besten selber weiter 😉

Als kleine Schwachstelle im Buch muss ich den Epilog erwähnen. Teresa Simon weicht hier von ihrem bisherigen Schreibstil ab. Es gibt ein abruptes Ende, keinen „letzten“ Eintrag und einen Tick zu viel Zufall. Allerdings tut dies der Geschichte nichts ab!

Trotzdem möchte ich euch noch verraten, aus welcher alten Sage der Oleander seinen Namen und Ruf hat:

„»Sie erzählt von Hero und Leander, den beiden unglücklich Liebenden, die nicht zusammenfinden konnten. Ein tiefes Wasser hat sie getrennt, das er Nacht für Nacht durchschwamm, um zu ihr zu gelangen, geleitet von einem Leuchtfeuer, das sie für ihn immer wieder neu anzündete. Doch eines Nachts löschte ein gewaltiger Sturm das Feuer aus – und er ertrank. Jetzt wollte auch Hero nicht mehr leben und stürzte sich in den Tod.«

»Und was hat das bitteschön mit Oleander zu tun?« fragte Aphrodite. […] »Weil in dieser anmutigen Pflanze der Tod wohnt«, sagte Johanna. »Sie ist immens giftig, die Blätter, die Blüten, die Wurzeln, einfach alles. Die Bitternis neben der Süße. Manche Leute behaupten ja, genau das sei das Charakteristikum der Liebe – die bei aller Schönheit stets auch sehr gefährlich sein kann.«“

Es wird behauptet, dass auch diese Sage auf die Oleander Frauen zutreffen, aber das erfahrt ihr nur, wenn ihr zum Buch greift ❤ Ich kann es euch nur empfehlen!

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gern (auch in die Vergangenheit); ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.“

RoRezepte sind:

Heyne

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s