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Sommer in Atlantikblau – Miriam Covi

Sommer in Atlantikblau - Miriam Covi

„Folge dem Ruf der Wellen und du findest dein Glück“

„Als Lotte Seliger mit ihrer Mutter und ihren zwei Schwestern eine Reise nach New York antritt, ahnt sie nicht, was sie erwartet: Auf dem Rückflug muss die Maschine notlanden und die vier Seliger-Frauen sitzen an der kanadischen Ostküste fest. Das Flughafenhotel ist ausgebucht und ausgerechnet ein mürrischer Typ namens Connor bietet Lotte und ihrer Familie Hilfe an. Lotte verliebt sich auf Anhieb in die malerische Landschaft am Atlantik und in das »Mapletree Bed & Breakfast«, wo sie unterkommen. Der Aufenthalt in Kanada könnte unverhofft schön werden, wenn Lotte nicht ständig von ihrer Familie auf Trab gehalten würde – und von dem schroffen Connor mit den unverschämt blauen Augen …“

„Mit einem Schlag bin ich wach und setze mich im Bett auf. Als mein Blick über die glänzenden Bodendielen, die weißen Holzmöbel, die Bilder von Leuchttürmen und Segelbooten an den graublau tapezierten Wänden wandert, muss ich spontan lächeln, weil ich mich so darüber freue, nicht mehr den Pomp des Waldorf Astoria um mich herum zu haben, sondern in diesem entzückenden Zimmer aufwachen zu dürfen. Dann kommt die Erinnerung an den gestrigen Tag zurück: Der Vulkanausbruch. Unsere Landung in Halifax. Die Frau am Flughafen, die aussah wie Tante Charlie.“

„Blaue Husky-Augen. Schwarze Haare. Connor. Mein Mund wird trocken, als mir mein peinlicher Auftritt im fast durchsichtigen Nachthemd einfällt. Um mich abzulenken schlage ich rasch die Bettdecke zurück und gehe auf das bodentiefe Fenster zu. Blau-weiß karierte Vorhänge, passend zur Bettwäsche, dunkeln das Zimmer ab, und so blinzele ich zunächst gequält, als ich den schweren Stoff zur Seite schiebe und in den hellen Morgen hinausblicke. Es dauert ein paar Sekunden, bis sich meine Augen an das Sonnenlicht gewöhnt haben, doch dann erkenne ich das, was da vor meinem Fenster zu sehen ist, und ich starre sprachlos hinaus. Direkt auf das Meer.“

Kleines Fazit:

Charlotte Seliger, nach ihrer Großtante Charlie benannt, fliegt mit ihrer Mutter Erika und ihren zwei Schwestern nach New York um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Die Reise war ein Geschenk von Lottes Großtante und leider auch ihr letzter Wunsch, sodass es Lotte egal war, dass ihr Verlobter Lennart strikt gegen diese Reise war.

Miriam Covis Roman setzt ein, als die 4 Frauen auf dem Rückflug von NY nach Düsseldorf sind und ihr Flugzeug eine spontane Landung  in Nova Scotia einlegen müssen. Luise Seliger, die älteste Schwester und übereifrige Karrierefrau, platzt vor Wut, während die baldige 3fach Mama Sophie, jüngste im Bunde, sich insgeheim über die verlängerte Urlaubszeit freut.

Dank des schroffen Hinterwäldlers Conner finden die Frauen im Mapletree Bed & Breakfast in Chester einen Unterschlupf. Die Pensionsbesitzerin Hazel St. Clair ist absolut sympathisch und hat ein Gespür für die Menschen, welches im Verlauf der Geschichte noch von Bedeutung gewinnt. Die Pension ist nach dem Ahornbaum benannt, welcher im Garten wächst. Generell wird die Landschaft, Idylle und Flair des Örtchens so wunderbar charmant beschrieben, dass ich Lust zum Verreisen bekommen habe.

„Genau in diesem Moment öffnet sich der Wald vor uns und gibt den Blick auf eben dieses Haus frei. Wie viele der schmucken Holzhäuser in Chester ist es in viktorianischem Stil gebaut, die überdachte Veranda wird von Schnitzereien entlang des Dachvorsprungs verziert, die Fenster werden von Holzläden eingerahmt, die ebenso weiß gestrichen sind wie die Fensterrahmen und einen hübschen Kontrast zum tiefen Blau des Hauses bilden, das mich an die Farbe des Atlantiks erinnert. Atlantikblau …“

Lotte und Charlie waren zeitlebens ein Team, sie verbindet noch immer eine ganz besondere Freundschaft, die über rationale Gedanken hinausgehen. Sie riecht Vanille und sieht bonbonfarbige Kleidung und Kolibris. Lotte hat in Chester noch mehr das Gefühl ihrer Großtante nah zu sein, welche scheinbar noch immer ihre Finger im Spiel zu haben scheint. Charlie war auch die einzige Person in ihrer Familie, welche Lotte in ihrem Wunsch nach einem eigenen Roman unterstützte. Aber sie wird nicht die einzige bleiben, denn auch der grantige Conner wird ihr noch helfen. Und sie aus dem Takt bringen…

Sommer in Atlantikblau von Miriam Covi ist für mich ein absolutes Wohlfühlbuch, ein Sommerbuch, perfekt für den Sommerurlaub auf Strand oder dem heimischen Balkon. Man träumt sich nach Chester und sieht das Atlantikblau vor dem inneren Auge.

Besonders gefiel mit, dass die 4 so charakterlich unterschiedlichen Frauen in Chester endlich die Möglichkeit bekommen haben, sich wieder anzunähern und eine Familie zu werden, welche durch die jeweils unterschiedlichen Lebensweisen zu zerbrechen drohte.

Miriam Covi wurde 1979 in Gütersloh geboren. Ihre Tätigkeit als Fremdsprachenassistentin führte sie nach New York, von dort aus ging es für die Autorin und ihren Mann zunächst nach Berlin und Rom, wo ihre beiden Töchter geboren wurden. Seit 2017 lebt die Familie in Bangkok. Zur zweiten Heimat wurde für Miriam Covi allerdings die kanadische Ostküstenprovinz Nova Scotia, in der sie viele Sommer ihrer Kindheit und Jugend verbringen durfte und wo sie auch heutzutage regelmäßig versucht, in der Natur vom Großstadttrubel abzuschalten – und zu schreiben.“

 RoRezepte sind:

Heyne

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