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Mandelblütenliebe – Anja Saskia Beyer

Mandelblütenliebe - Anja Saskia Beyer

„Als Milla in Berlin vom Tod ihrer spanischen Großmutter erfährt, ist sie mehr als überrascht. Dachte sie doch, ihre Großmutter sei schon vor vielen Jahren verstorben. Zumindest hatte das ihre Mutter immer behauptet. Und jetzt das: Beerdigung in zwei Tagen. Als sei ihre Gefühlswelt nicht schon durcheinander genug. In wenigen Wochen wollte sie heiraten. Eigentlich. Doch ist Paul wirklich die große Liebe? Und warum, verdammt noch mal, hatte ihre Mutter sie angelogen?“

„Das geheimnisvolle Vermächtnis der Großmutter führt Mutter und Tochter in die engen Gassen der Altstadt von Palma de Mallorca und in die vergessene jüdische Vergangenheit der Insel. Während der Mandelblüte kommen sich die beiden Frauen endlich wieder näher, Milla lernt Leandro kennen und entdeckt in der Geschichte der Großmutter auch ihre eigene. Doch dann taucht Paul auf, und Milla steht vor einer Entscheidung.“

Kleines Fazit:

„Mandelbäume, so weit das Auge reichte, standen in voller Blüte am Wegesrand, sahen wunderschön aus. Weiß und rosa gesprenkelt, in allen erdenklichen Rottönen. Kein Wunder, dass ihre Blüte jedes Jahr Scharen von Touristen nach Mallorca lockte. Es sah einfach traumhaft aus, bezaubernd.“

Milla ist Anfang 30, möchte in 2 Monaten ihren Verlobten Paul heiraten und arbeitet außerdem bei ihrer besten Freundin im Goldschmiedeatelier. Zu ihrer Mutter Sarah hat Milla kein inniges Verhältnis und fühlt sich stets zurückgewiesen. Umso mehr klammert sie sich an Paul, der ihr all den Halt gibt, den sie benötigt.

Als Milla erfahren hatte, dass ihre Großmutter Abbigail kürzlich verstorben war und sie ihr Abbis kleinen Souvenierladen vererbt hat, reiste sie mit ihrer Mutter nach Mallorca. Auch wenn Milla ihrer Mutter die Lüge sehr übel nahm, wollte sie dennoch mehr über ihre Großmutter erfahren. Und auch, warum Abbigail bereits vor vielen Jahren für ihre Mutter Sarah „gestorben“ war. Lag hier der Grund, über das eigene distanzierte Verhältnis?

Mandelblütenliebe spielt nicht nur in der Gegenwart (2016) um Milla und Sarah, sondern auch in den 60er Jahren. Millas Großmutter Abbigail wurde um 1930 mit jüdischen Wurzeln geboren und galt seitdem als „Xuete“. Xuetas sind Nachfahren der zum Christentum übergetretenen mallorquinischen Juden, welche aber trotzdem nach jüdischen Regeln lebten und nur innerhalb des Xuetas heiraten und sich fortpflanzen durften. Auch in den 60er Jahren spürten die Xuetas, trotz Kriegsende, noch immer den vorherrschenden Judenhass. Zusätzlich war das typische Rollenbild von Mann und Frau noch sehr vorhanden, welches der selbstbewussten jungen Unternehmerin Abbi das Leben zusehends schwer machte.

Historisch gesehen ist Mandelblütenliebe ein sehr interessanter Roman, welcher, für mich, neue Informationen zur damaligen Zeit bringt. Ob diese der Realität entsprechen, kann ich leider nicht beurteilen.

„Abbi schreib heimlich an einem Kochbuch, für das sie Rezepte mit Mandeln sammelte. Sie fragte ihre Mutter immer möglichst unauffällig nach ihren Rezepten, die oft noch von deren Großmutter oder Urgroßmutter stammten. Wenn es fertig sein würde, wollte sie einen Verleger suchen und dann mit dem Kochbuch ihre Eltern erfreuen. Denn das war es, was eine junge Frau anstreben sollte. Eine gute Tochter sein, ein Quell der Freude für ihre Eltern, die so schwere Zeiten in ihrem Leben hatten durchstehen müssen. […]“

Um an dieser Stelle nichts von der abwechslungsreichen Handlung zu verraten, springe ich direkt zum Ende. Natürlich erfahren wir Leser(innen), was Abbigail und ihrer Tochter widerfahren ist. Auch Sarah und Milla nähern sich an und können ein besseres Verhältnis aufbauen – überrascht auch keinen 😉 Leider fand ich das mir bereits gedachte Ende dann doch sehr abrupt. Die Auflösung ist berührend und lässt einen wirklich schmunzeln. Aber Zukunft des Ganzen wird nur noch beiläufig angedeutet und endet mit einem *zieht sie das auch wirklich so durch?*.

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„Seit 1996 schreibt und arbeitet Anja Saskia Beyer erfolgreich als Dramaturgin und Autorin für das Fernsehen, u.a. für die Serien Lindenstraße, Für alle Fälle Stefanie, Verliebt in Berlin und Dahoam is Dahoam. Seit 2013 ist ihr Debütroman und E-Boo-Bestseller »Himbeersommer« erschienen. Er wurde unter »Loving Nora« ins Englische übersetzt. 2015 erschien ihr Roman »Liebe Dich – immer«, gefolgt von »Liebes Herz« und »Liebe Dich – ewig« im Juli 2016. Die Autorin lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Wellensittichen in Berlin.“

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