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Spätsommerfreundinnen – Andrea Russo

Spätsommerfreundinnen - Andrea Russo

„Ein altes Gasthaus, vergessene Freundschaften und die zweite erste Liebe“

„Den alten Gasthof in ihrem Heimatort übernehmen und nur noch tun, was sie liebt: kochen und backen. In ihrer Jugend war das Jettes Traum. Aber dann hat sie studiert und ist in die Stadt gezogen, hat geheiratet und ihre wunderbare, inzwischen erwachsene Tochter bekommen. Als Jette jetzt erfährt, dass der Wirt des Gasthauses gestorben ist, fährt sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in den Ort in der Heide, um Abschied zu nehmen. Und plötzlich kehren all die Erinnerungen an damals zurück – und mit ihnen Gefühle, die Jette längst vergessen hatte.“

„Jette ist fast fünfzig und frisch geschieden und sie plant, die Zukunft in vollen Zügen zu genießen. Da bekommt sie die Nachricht von Thies Tod. Thies, der Wirt des Gasthofes in ihrem Heimatort, der für sie immer wie ein zweiter Vater war, und bei dem sie sich doch so lange nicht gemeldet hat. Jetzt will Jette diese letzte Chance nutzen und zu seiner Beerdigung fahren, um sich von ihm zu verabschieden. Dass Thies sie in seinem Testament bedacht hat, damit hat sie allerdings nicht gerechnet. Doch das ist längst nicht alles, was Jette in dem Heimatort ihrer Kindheit erwartet …“

Kleines Fazit:

„»Das meine ich absolut ernst, ehrlich. Rein technisch gesehen, sieht sie vielleicht besser aus, aber schöner bist trotzdem du. Du wirkst viel lebendiger und wärmer. Du strahlst von innen heraus.«“

Wer Andrea Russo als Mensch hinter der Autorin kennenlernen möchte, muss ihre Spätsommerfreundinnen lesen. Denn in der Protagonistin Jette finde ich einige Charakterzüge von ihr wieder. Aber auch in der Liebe der Protagonistin zu ihrer Tochter erkenne ich ganz viel von der sympathischen koch- und backfreudigen Autorin.

„»Abschied und Tod sind nur andere Worte für Neuanfang und Leben. Alles, was du zurücklässt, findest du in einer anderen Form wieder.«

Die 49 jährige Jette steht vor einem Wendepunkt ihres Lebens: sie ist frisch geschieden, hat eine bereits studierende Tochter und ist glücklich. Bis ein Brief der Schwester eines alten Freundes eintrifft: Thies, der Wirt des Gasthauses aus ihrem Heimatort Lünzern, ist gestorben. In ihrer Kindheit war Thies immer wie ein väterlicher Freund für sie und ihre Jugendfreundin Uta. Jette ist aufgewühlt und macht sich Vorwürfe: sie hat alle seit 25 Jahren nicht mehr gesehen oder gehört:

„»Tja«, sagte Uta, »Wenn Gras über eine Sache gewachsen ist, kommt immer ein Kamel und frisst es wieder runter.«“

Jette reist kurzerhand nach Lünzern, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen und  vor allem um von Thies Abschied zunehmen. Allerdings hat Thies auch nach seinem Tod nicht nur eine Überraschung und nicht nur eine Wahrheit für Jette. Neben einem angedeutenden Familiengeheimnis, gibt es noch ein Dorfgeheimnis, ein Wettstreit und das Aufflammen einer alten verbotenen Liebe. Könnte sich Jette noch eine Zukunft in Lünzern vorstellen?

„»Liebe ist der Entschluss, das Ganze eines Menschen zu bejahen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen.«“

Andrea Russo schreibt mit Spätsommerfreundinnen über die sogenannte zweite Lebenshälfte. Über Frauen, die keine 20 sind und von ihrer ersten Liebe träumen, sondern von Frauen in den 40/50ern, die bereits körperliche Wehwehchen haben aber noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Die Autorin lässt keine Details zu Wechseljahren, eingeschlafenen Beziehungen und Sexflauten aus. Und auch wenn ich noch nicht in diese Lebenszeit gehöre, kann ich sehr gut mit all den Frauen mitfühlen. Besonders schön herausgearbeitet wurden die verschiedenen Beziehungen der Frauen untereinander und der sich natürlich entwickelnde Zusammenhalt.

„Mut ist, wenn man Angst hat, sich aber trotzdem in den Sattel schwingt.“

Jette und Thies geben uns viele Weisheiten mit auf dem Weg. Darunter, dass es sich immer lohnt wieder etwas zu ändern, etwas neues anzufangen und:

„Am Ende ist es nur die Liebe, die zählt.“

Zum Glück geht die Geschichte weiter, denn das Ende kam mir viel zu schnell und ich hatte das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Andrea Russo (Jahrgang 1968) hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie weiß, dass es im Leben Höhen und Tiefen gibt und denkt, dass zweite Chancen genutzt werden sollten. Und ich überzeugt davon, dass die Wechseljahre dazu da sind, endlich zu sich selbst zu finden. Ihre Buchheldinnen sind so wie sie selbst, Frauen im Spätsommer – der schönsten Zeit des Lebens. Wenn Andrea Russo mal nicht schreibt, findet man sie in der Küche, wo sie gerne den Kochlöffel schwingt. Sie liebt es zuckersüß – so wie die Spätsommerfrauen in ihren Büchern.“

Kürbisgnocchi mit geschmolzenen Tomaten - Spätsommerfreundinnen

RoRezepte sind:

mtb MIRA Taschenbuch / Harper Collins

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