Allgemein · Romane

Herz und Tal – Jana Lukas

Herz und Tal - Jana Lukas

„Wenn dein Herz Kopf steht“

„Emilia Jonasson braucht einen Neuanfang. Einen, der sie so weit von Bremen wegbringt, wie möglich. Doch ihr neuer Lebensabschnitt im wunderschönen Chiemgau beginnt mit einer mittleren Katastrophe: Ihre zukünftige Wohnung steht unter Wasser und sie muss vorübergehend in den Kastanienhof ziehen. Dort lernt sie nicht nur die sympathische Wirtin Theresa Leitner kennen, sondern auch deren faszinierenden Zwillingsbruder Max. Emilias Herz stolpert, wenn Man sie ansieht, ihre Finger kribbeln, wenn sie sich berühren. Als ihr jedoch bewusst wird, dass Max so seine Geheimnisse hat, beschließt sie, auf Abstand zu gehen. Nicht noch einmal wird sie sich das Herz von einem Mann brechen lassen. Doch für manche Dinge lohnt es sich vielleicht, über seinen Schatten zu springen.“

„Als Max die Wagentür öffnete, blendete sie die Innenbeleuchtung. Blinzelnd stieg sie aus und ließ zu, dass er ihre Hand nahm. Sie gingen zur Scheune. Er verschwand kurz im Haus und kehrte mit einer Decke unter dem Arm und zwei Bierflaschen zurück. Abermals ergriff er ihre Hand und zog sie hinter sich her, den Hügel zur Kastanie hinauf.
Er bereitete die Decke am Fuß des großen Baumes aus und ließ sich darauffallen.
Emilia setzte sich neben ihn und strich über die Baumwolle, die in hübschen Quadraten zu einem Quilt zusammengefügt war.
»Hat Theresa die genäht?« »Ja.« Er reichte ihr eine geöffnete Bierflasche. »Aber ich möchte jetzt nicht über meine Schwester sprechen.«
»Worüber möchtest du denn reden?« Emilias Herzschlag beschleunigte sich. Sie war sich wirklich nicht sicher, ob sie seine Antwort hören wollte.
Das Glas klirrte leise, als er seine Bierflasche leicht gegen ihre stieß. »Über dich«, sagte er. »Über mich. Und über das, was dieser Sommer bringt.«“

Kleines Fazit:

„Nichts war von innen so, wie es von außen wirkte.“

Dr. Emilia Jonasson braucht einen Neuanfang; jetzt sofort und am besten 1.000km weit weg. Gesagt, getan, und hier steigen wir in eine wundervolle Geschichte im Chiemgau ein. Wir reisen auf den Kastanienhof, der von der Leitner-Gang geführt wird. Emilia kam aufgrund eines Wasserschadens nicht in ihre neue Wohnung ziehen und wird in ein leeres Pensionszimmer einquartiert. Dort treffen wir auf Theresa und Max Leitner, sowie deren Großvater Joseph, welcher von seinen Enkeln liebevoll Pops genannt wird und Johannes, der seit Kindheit der beste Freund der Zwillinge ist.

Max, welcher die letzten 10 Jahre in München lebte, konnte nun endlich als Dienstgruppenleiter zur Polizeiinspektion Rosenheim zurückkommen. Natürlich dauert es nicht lange bis unseren beiden Hauptprotagonisten zusammentreffen. Allerdings scheint ihr Weg kein leichter zu sein; beide wurden in der Vergangenheit stark verletzt und tragen ein Päckchen mit Vertrauensproblemen mit sich. Die Geschichte der beiden ist überraschend realistisch und nah, als Leser absolut reinversetzbar.

Zur Erheiterung gibt es je Kapitel auch einen Notrufanruf, welche mal ernst, aber auch mal zum Belächeln waren. Zusätzliche Aktion bietet die Seniorengruppe, welche sich seit über 40-jähriger-Tradition in einem selbst renovierten Seniorenzentrum für gesellige Nachmittage treffen. Die Stadt hat das Gebäude inklusive Gelände an einen Künstler verkauft, welcher sich gestört fühlt und versucht die Rentner loszuwerden. Aber da hat er sich mit den falschen Rentnern angelegt.

Super schön finde ich die Beschreibungen des Kastanienhofes, der Landschaft mit seinen Bergen und dem See mit dem Wasserfall; ich wollte direkt nach Chiemgau, vor Ort Urlaub machen und unter dem Kastanienbaum meine Seele baumeln lassen. Es weckte in mir Erinnerungen an einen schönen Altweibersommer in den Bergen – traumhaft.

„Theresa hatte bei der Planung der Party ganze Artbeit geleistet. In der Glut steckten in Alufolie gewickelte Kartoffeln, Steaks und Würstchen brutzelten auf dem Grill. Das Brot war frisch gebacken, und die Kräuter in der Butter stammten mit Sicherheit aus dem Garten der Pension. Sie aßen ausgelassen, und nach dem zweiten Bier stand Theresa auf und klatschte in die Hände. »Los geht’s«, sagte sie und […],“

Herz und Tal ist eine wirklich wunderbare Lektüre, welche typisch „viel zu schnell ausgelesen“ ist. Die Geschichte ist witzig, nachdenklich und romantisch zu gleich. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung, vor allem um sich bei dem dunkler werdenden Wetter noch einmal an die schöne Sommerzeit zu erinnern. Ob es den Kastanienhof wirklich gibt? Dann könnte man ja nächsten Sommer …. 🙂

„Was tun, wenn man zwei Traumberufe hat? Jana Lukas entschied sich nach dem Abitur, zunächst den bodenständigerem ihrer beiden Träume zu verwirklichen und Polizistin zu werden. Nach über zehn Jahren bei der Kriminalpolizei wagte sie sich an ihren ersten romantischen Thriller und erzählte seitdem von großen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren. Denn ihr Motto lautet: Es gibt nicht viele Garantien im Leben … aber in ihren Romanen ist zumindest ein Happy End garantiert. Immer! Herz und Tal ist ihr zweiter Roman bei Heyne.“

Theresas Fliederbeermarmelade - Herz und Tal

RoRezepte sind:

Heyne Verlag

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