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Der Duft von Apfeltarte – Julie Leuze

„Auf einer Apfelplantage in der Normandie findet die Pariserin Camille ihr Glück.“

„Als ihre Mutter erkrankt, muss die junge Pariserin Camille auf den elterlichen Apfelhof in der Normandie zurückkehren. Dort heißt es kräftig mitanpacken, es ist ja nur für sechs Wochen, wie Camille sich sagt. Doch die Arbeit bereitet ihr unerwartet Freude. Schließlich hat sie sogar die Idee, wieder eigenen Cidre herzustellen wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Und dann ist da noch dieser attraktive Feriengast aus Paris: Antoine sieht nicht nur gut aus, er kann auch gut zuhören! Doch als der wahre Grund für Antoines einfühlsames Interesse herauskommt, fühlt sich Camille verraten und ist zutiefst enttäuscht. Ist ihre Liebe stark genug, um Antoine diesen Vertrauensbruch zu verzeihen?“

Kleines Fazit:

„»Manchmal muss man schwierige Entscheidungen treffen, um Schlimmeres zu verhindern. Das ist eben so. Wenn du mal groß bist, wirst du das verstehen.«“

Direkt nach dem Abitur ist Camille nach Paris geflüchtet und übt mittlerweile einen nervigen Job im Reisebüro aus, bewohnt eine viel zu kleine aber überteuerte Wohnung und liebt ihr Pariser-it-Leben. Den heimischen Apfelhof hat sie das letzte Mal besucht, als ihr Vater verstorben ist. Und nun muss sie für 6 Wochen, oder noch länger, zurückkehren und ihrer Mutter helfen, welche durch einen Bandscheibenvorfall die Apfelplantage nicht mehr bewirtschaften kann.

Kaum angekommen, spürt sie das erste Bauchkribbeln und bemerkt, wie viel ihr die Apfelplantage bedeutet. Ihrem verstorbenen Vater fühlt sie bei den täglichen Arbeiten ganz nahe, denn die beiden verband die Leidenschaft für Cidre. Leider steckt der Hof in einer Krise und ihre Mutter kann nicht mehr. Statt aber Camilles Vorschläge anzunehmen, schmettert sie diese direkt ab. Zwischen den beiden Frauen herrscht eine große Kluft, welche bis in Camilles Kindheit zurück zureichen scheint. Allerdings söhnt sich Camille mit ihrer Jugendfreundin Sandrine aus, welche allerdings ebenfalls ihr Vergangenheitspäckchen trägt.  

Außerdem lernen wir den zunächst sehr charmanten Antoine kennen, welcher für einige Zeit die Ferienwohnung auf dem Hof beziehen wird. Nachdem Camille ihn ausversehen für das tägliche Abendbrot in der eigenen Küche eingeladen hat, dringt er immer tiefer in das Dorfleben ein und bringt die Menschen zum Reden. Die junge Nachbarstochter Lilou, hässlich und unscheinbar, ist die Einzige, welche den richtigen Riecher hat.

„Denn das Leben konnte dunkel und gemein sein, keine Frage. Aber es gewährte auch zweite Chancen, immer wieder, und diese Erkenntnis machte Jeanne so glücklich, dass sie hätte singen mögen.“

„Der Duft von Apfeltarte“ ist eine Reise in die ländliche Gegend der Normandie, in ein kleines Dorf und einer mit Liebe aufgebauten Apfelplantage. Wenn die Protagonisten durch die Plantage laufen, hat man das Gefühl, ebenfalls dabei zu sein. Die Geschichte selbst beginnt sehr ruhig bis sich erste Spannungsmomente aufbauen. Ein zentrales Thema ist das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis, welches auch mich mitgenommen hat. Für das große Chaos sorgt der Feriengast Antoine, der alle Dorfbewohner für sich gewinnt.

Der Roman ist flüssig und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, sodass wir nicht nur die Hauptprotagonistin besser kennenlernen, sondern auch die Nebendarsteller und ihre Probleme. „Der Duft von Apfeltarte“ ist eine Wohlfühlgeschichte für Zwischendurch. Allerdings fehlte mir noch etwas zum perfekten Roman. Die Geschichte erhält eine unterhaltsame Leseempfehlung, allein, weil ständig der Apfeltartegeruch die Geschichte umweht 🙂

„Wahre Liebe bedeutet nicht, niemals in eine Krise zu geraten, Camille, sondern es bedeutet, sie zu meistern.“

Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen für Erwachsene und Jugendliche. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.“

RoRezepte sind:

Weitere erwähnte Gerichte:

  • Kir normand: ein Cidre mit einem Schuss Cassislikör; ggf. auch ein wenig Calvados

Goldmann Verlag

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