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Schokoladentage – Gabriele Diechler

„Glück in der Liebe und Glück im Beruf – eigentlich läuft für die junge Pâtissière Alwy alles rund. Bis ihre berufliche Existenz plötzlich durch einen Bauinvestor gefährdet ist. Und der vermeintliche Traummann ist auch nicht der, der er vorgibt zu sein …“

„Alwy ist frisch verliebt, der smarte Anwalt Leon ist ein Traummann. Auch beruflich sieht es vielversprechend aus. Das Leben könnte herrlich sein – wenn die junge Pâtissière nicht plötzlich um ihre berufliche Existenz fürchten müsste. Das Haus, in dem sich ihr Tortenatelier befindet, ist an einem Bauinvestor verkauft worden, der die Immobilie teuer sanieren und die Mieter hinauswerfen will. Von ihrer Freundin und Partnerin Bettina kann Alwy nur bedingt Hilfe erwarten, denn die hat eigene Probleme: Sie ist schwanger und der zukünftige Kindsvater reagiert anders als erhofft. Alwy kämpft um ihren Laden, nicht ahnend, welche Folgen das für ihr Leben hat …“

Kleines Fazit:

„Einen Schritt nach dem anderen gehen und wie zu weit nach vorne blicken. Du kannst die Zukunft nicht erahnen, […].“

Hat nicht aktuell jeder einen Schokoladentag verdient? Einen besonderen Tag, an den man sich gerne zurück erinnert? Gerade in der heutigen Situation genießen wir Tage, die uns glücklich machen. Gabriele Diechler hat im Oktober letzten Jahres ein Buch geschrieben, welches sich gerade mit Schokoladentage beschäftigt.

Die Protagonistin Alwy ist Konditorin und hat die Leidenschaft für diesen Beruf von ihrer Großmutter übernommen. Wenn beide Frauen zusammen einen wundervollen Tag verbrachten, markierte sich Alwy diesen als Schokoladentag. Noch heute lebt sie nach diesem Glauben.

„Jede misslungene Torte ist nur ein weiterer Versuch zur besten, die du je herstellen wirst.“

Alwy hat sich von ihrem langjährigen Freund und Partner getrennt, um in die kleine Patisserie ihrer Freundin Tina mit einzusteigen. Gemeinsam wollen die Frauen den Laden zu neuem Glanz verhelfen und bringen zahlreiche Ideen ein. Der Leser kann hier richtig mitfiebern. Doch das Leben legt den Frauen Hindernisse in den Weg: das Haus, in dem sich nicht nur ihre Tortenwerkstatt, sondern auch ihre Wohnung befindet, wurde an einen Großinvestor verkauft, Bettina ist schwanger von einen Mann, der nie Kinder wollte, und Alwy vertraute dem Falschen.

„»Das Herz vergisst nichts, es hat alles Gute gespeichert. Bei Liebeskummer ruht es sich nur aus, um irgendwann weiterzulieben.«“

Der Roman umfasst nicht nur einige Wochen aus dem Leben der beiden Frauen, sondern fast ein ganzes Jahr. Es wirkt dabei weder „rasant und oberflächig“ noch langgezogen. Genau im richtigen Tempo erleben wir die Geschichte und blicken immer wieder in die Gegenwart, in der Alwy im Krankenhaus sitzt und um das Leben von Leon bangt, der ihr vor einigen Monaten das Herz gebrochen hat. Der Spannungsbogen bleibt über all die Zeit aufrecht. Auch wenn der geschulte Leser die Problematik rasch erblickt, ist es ein anderes die Protagonisten dieses erkennen und annehmen zu lassen.

„Manchmal ist der Tiefpunkt gar keine so schlechte Ausgangsbasis. Ab da kann es nur bergauf gehen.“

Zwischendurch wechseln wir auch die Ansichten und erleben die Geschichte aus Tinas bzw. Leons Sicht. Denn auch Leon hat eine riesige Vergangenheitstasche, die er mit sich trägt und bis zum Erwachsenenalter nie verarbeiten konnte. Lediglich sein bester Freund steht ihm immer zur Seite.

„»[…] an der Vergangenheit können wir nichts ändern, doch die Zukunft haben wir in der Hand. […]«“

Gabriele Diechler benutzt einen flüssigen und angenehmen Schreibstil, der einen das Buch fast nicht aus der Hand legen lässt. Ein schönes Wohlfühlbuch mit einer besonderen Note und welches zu eigenen Schokoladentagen mit der Familie und mit Freunden anregt. Die sympathischen Charaktere runden die Geschichte ab.

Ergänzt wird der Roman mit „Helenes Gedanken“ und Rezepten, die für Alwy eine ganz besondere Bedeutung haben.

„Gabriele Diechler, in Köln geboren, lebt und arbeitet im Salzkammergut. Nach vielen Jahren als Drehbuchautorin und Dramaturgin widmet sie sich nun hauptsächlich dem Roman und dem Jugendbuch.“

RoRezepte sind:

insel taschenbuch Verlag

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