Der Duft von Rosmarin und Schokolade

Pasta alla Norma - Der Duft von Rosmarin und Schokolade

„Belgische Schokolade, französischer Käse und frische Feigen“

„Gutes Essen ist ihr Leben. Täglich steht Maylis hinter der Theke des traditionsreichen Hamburger Feinkostladens Radke. Sie genießt es, ihre Kunden zu beraten, nicht nur in kulinarischen, sondern auch in romantischen Angelegenheiten. Doch wenn sie nach Hause kommt, fühlt sie sich so leer wie ihr Kühlschrank. Seit der Trennung von ihrem Mann fällt es Maylis schwer, ihr Herz zu öffnen. Bis eines Tages Paul in ihrem Laden steht und Maylis sich fragt, ob sie nicht doch noch einmal vom Leben kosten möchte.“

„Wie kann man weiterleben, wenn das Glück verloren schein? Seit sie von ihrem Mann für die beste Freundin verlassen wurde, fühlt sich Maylis wie im freien Fall. Halt findet sie nur in dem Feinkostladen, in dem sie arbeitet. In dieser kleinen Welt – die aus einer anderen Zeit zu stammen scheint – begegnet sie Menschen, die ihre Gedanken zum Tanzen bringen: eine mondäne Theater-Diva, ein chronisch abgebrannter Student, eine junge Frau, die mit Tränen in den Augen an die verflossene Liebe denkt … Langsam, ganz langsam, erwacht in Maylis wieder die Neugier auf das Abenteuer, das man Leben nennt. Aber ist sie auch schon bereit, einen Mann zu erlauben, ihr Herz zu erobern?“

Kleines Fazit:

Maylis hat einen französischen Vater, den sie erst mit 18 Jahren kennen lernen konnte und seine Begeisterung und Leidenschaft fürs Kochen und Lebensmittel an sie weitergegeben hat. Früher konnte sie sogar in ihrem Beruf kochen. Allerdings brauchte sie kürzlich einen Neustart als Verkäuferin im Feinkost Radke, nachdem ihr Mann sie nach über 10 Jahren ohne Begründung für ihre eigentliche beste Freundin verließ. Tief getroffen lebt sie in den Tag hinein und verbringt ihre Freizeit auf der Couch. Erst als ein neuer Kunde den Weg in den Feinkostladen fand, dachte sie über ihre Situation nach und versuchte mit kleinen Schritten zurück ins Leben zu finden.

Welche Situationen, kleinen unpassenden Momenten und Peinlichkeiten sie sich gegenüber stellen muss um sich auch wieder öffnen zu können, lest ihr am besten selbst – denn davon gibt es genug 😉

Im Roman sind zwar keine Rezepte, aber kulinarisch hat das Buch viel zu bieten. Den Feinkostladen sehe ich mit all seinen liebevoll aufgebauten Produkten auch vor mir. Maylis Leidenschaft für „gemeinsames Essen“ kann ich nur allzu gut nachempfinden:

„Maylis hatte schon früher erlebt, dass es Essen gab, die ein Leben verändern konnten. Bei denen es nicht darauf ankam, wie gut das Gericht war (obwohl es hilfreich war, wenn es gut war), sondern bei denen eine Stimmung, eine Neugier auf die Person, die mit am Tisch saß, eine Lust an der Unterhaltung im Vordergrund standen. Am besten war es, wenn sie ihr Gegenüber vorher nicht kannte und dann rasch feststellte, dass er oder sie eine Seelenverwandter war, bei dem sie die Phase der Selbstdarstellung gleich überspringen konnten. Wo Informationen über die eigene Person dazu dienten, die andere in Bild zu setzen, nicht, sie zu beeindrucken und einen Terrain zu markieren. Ein Satz, mit dem man ein Gefühl oder ein Erlebnis schilderte, und der oder die andere wusste, was gemeint war, weil er oder sie genau dasselbe erlebt hatte. Und schon war man dabei, zwischen zwei Gabelbissen seine Seele auszuschütten, und fühlte sich hinterher wie neugeboren.“

Der Duft von Rosmarin und Schokolade von Tania Schlie ist leider im 1/3 des Buches viel zu langatmig gehalten. Es wurde mehr und mehr das Umfeld und der Alltag beschrieben; ein packender Spannungsmoment fehlte. Mit den Seiten wurde die Geschichte dann allerdings interessanter und man war an dem Ausgang der Geschichte interessiert. Das Ende ist wunderbar offen, lässt einen schmunzeln und an die 2. Liebe glauben.

Tania Schlie, geboren 1961, studierte Literaturwissenschaften und Politik in Hamburg und Paris. Bevor sie anfing zu schreiben, war sie Lektorin in einem großen Verlag. Heute lebt sie als erfolgreiche Autorin in der Nähe von Hamburg, schreibt Bücher zu kultur- kunsthistorischen Themen und Romane auch unter dem Pseudonym Caroline Bernard. 2014 wurde eins ihrer Werke für den DeLiA nominiert.“

RoRezepte, angelehnt an den Roman:

  • Selbstgemachte Chips aus Weißbrot
  • Pasta alla Norma
  • Mürbeteigtarte mit Schokoladenganache und Rosmarin

mtb // Mira Taschenbuch in der HarperCollins Germany GmbH