Der letzte Caffè – Carsten Sebastian Henn

„Triest – Stadt der Winde und des Kaffees. Hier soll es den besten Espresso von ganz Italien geben. Eines Morgens wird auf der berühmten Piazza Grande eine verkohlte Leiche gefunden. Der Tote war einer der besten Barista der norditalienischen Hafenstadt, vier andere sind spurlos verschwunden. Doch warum sollte es jemand auf die gefeierten Künstler der Kaffeekultur abgesehen haben? Professor Adalbert Bietigheim macht sich mit Foxterrier Benno von Saber daran, dieses dunkle Verbrechen aufzuklären …“

Kleines Fazit:

Der letzte Caffè ist mein erster kulinarischer Krimi der Professor-Bietigheim-Krimi-Reihe von Autor Carsten Sebastian Henn. Ich habe mich komplett von den Charakteren überraschen lassen und auch wenn der Reiheneinstieg sicher mit dem 1. Band sinnvoller wäre, gelang dem Autor dennoch ein angenehmes Kennenlernen der Haupt- und Nebenprotagonisten. Ich kam als Neuling gut in die Geschichte um den Professor und war gespannt auf unseren ersten gemeinsamen Fall.

„»Sie sind doch nicht mein Chef« »Als Geistesgröße bin ich ein natürlicher Anführer.«“

Der spleenige Professor für Kulinaristik in Hamburg sieht sich als absoluter Experte auf seinem Gebiet. Begleitet wird er von seinem Foxterrier Benno von Saber. In Der letzte Caffè bekommt der Proffessor Post von seiner unerreichbaren Jugendliebe Giulia aus Triest, dem Ort, wo er seine anfänglichen Studien getätigt hatte – eine persönliche Reise in die Vergangenheit. Bietigheim muss kommen und ihren verschwundenen Mann, einem bekannten Barista, finden. Doch dann gibt es die erste Leiche … Ist der Professor zu spät?

Der kulinarische Krimi wurde, ganz nach seiner Beschreibung, mit einer Vielzahl an kulinarischen Informationen bestückt. Er ist informationsbeladen über Kaffee, -sorten, -zubereitungs- und -brühvarianten usw. Mir persönlich war es sogar schon fast etwas zu viel – das könnte aber daran liegen, dass ich einfach kein Kaffeetrinker bin 🙂

„Er tippte gegen seine Schläfe. »Und dieser Supercomputer wird den Fall lösen. Es ist nur eine Frage von Tagen. Wie auch bei einem guten Kaffee braucht es seine Zeit, sonst ist das Ergebnis Murks. Diesen kostenlosen Ratschlag sollten Sie Ihrem Hirn ruhig einmal geben. Nicht vorschnell denken!«“

Der Krimi war spannend, nicht ganz packend, dafür aber bis zum Ende offen. Der Autor legte viele falsche Spuren für den Leser, sodass man sich nie sicher sein konnte wer der Mörder nun ist. Allein die Suche nach dem Motiv war interessant. Punktuell wurde mit Witz des Professors und dem etwas närrischen Hund die Geschichte gelockert. Wohl gab es aber in früheren Romanen mehr davon – da bin ich ja gespannt!

Carsten Sebastian Henn, geboren 1973 in Köln, arbeitet als Schriftsteller, Weinjournalist und Restaurantkritiker – in dieser Funktion ist er auch regelmäßig im Fernsehen präsent. In St. Aldegund an der Mosel besitzt er einen Steilstweinberg mit uralten Rieslingreben, zuhause im Rheinland hält er Hühner und Bienen (und zwei Katzen halten sich ihn). Der mehrfach ausgezeichnete Autor ist ausgebildeter und geprüfter Barista der renommierten »Specialty Coffe Association« (SCA). Wenn er einmal nicht seiner Leidenschaft fürs Kochen nachgeht, ist er auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden.“

RoRezepte sind:

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