Pasta d’amore – Lucinde Hutzenlaub

„AMORE unter sizilianischem Sommerhimmel“

„Auf dem Landgut La Mimosa blüht der Oleander, und es duftet nach der berühmten Tomatensauce der Bartolamis. Donna Lucia, dem Oberhaupt des Bartolami-Clans, ist es ein Rätsel, wie ihre Urenkelin Aurelia da im fernen Bologna wohnen kann, noch dazu alleine. Dio mio! Da muss schnellstens ein Ehemann her, ein sizilianischer, versteht sich. Und Lucia fasst einen Plan: Sie legt sich ins Bett und beschließt zu sterben. Aurelia bleibt nichts anderes übrig, als nach Palermo zu reisen, aber kaum ist sie da, verkündet Lucia: Ohne Hochzeit kann sie nicht abtreten. Doch da hat sie die Rechnung ohne Aurelia gemacht – denn die hat ihren eigenen Kopf …“

Kleines Fazit:

„»Und meine Spaghetti sind auf jeden Fall mit sehr viel Liebe gekocht. Was hälst du denn von meiner Pasta d’amore, Matteo?«“

Aurelia, die neurotische Mathematiklehrerin in Bologna, wurde von ihrem perfekten Freund hintergangen, betrogen und verlassen. Darauf fällt die 32jährige in ein tiefes mit Wein gefülltes Loch, aus dem sie erst ihr über alles geliebter und aus Sizilien angereister großer Bruder wieder heraus holt. Denn Aurelia muss wieder funktionieren: ihre Urgroßmutter liegt im Sterben und sie muss kurzerhand nach Hause auf die Fattoria Mimosa der Bartolamis reisen. Doch Donna Lucia täuscht ihren Tod nur vor und erwartet, dass sofort ein Mann für Aurelia gefunden wird, wenn sie es schon nicht selbst schafft. Die Familie nimmt das zum Anlass über verschiedene Kandidaten zu spekulieren und den einen oder anderen mit auf das Landgut zu bringen. Das alles bringt Aurelia zum Verzweifeln, denn es schieben sich immer mehr Kandidaten in ihr Blickfeld. Sie braucht nicht nur eine Fibonacci-Reihe um sich zu beruhigen und konzentrieren zu können.

„»Das Leben, biscottini, kann man nur rückwärts verstehen«, ergänzte Papi. »Aber leben muss man es vorwärts. […]«“

Denn alles was Donna Lucia sagt, wird gemacht. Sie ist das Oberhaupt der Großfamilie, welche damals ihre Tochter alleine aufziehen und den Hof alleine führen musste, nachdem ihr Mann frühzeitig verstorben war. Donna Lucia hat eine direkte, grantige aber ehrliche Art. Mit ihren eigenen Macken und Fehlern in der Vergangenheit zeigt sie dem Leser, dass es nie zu spät ist, über seinen Schatten zu springen, Fehler zuzugestehen und alte Zwiespalte zu kitten. Denn eines steht für sie fest: sie will das Beste für die Familie.

„»[…] Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung. Nicht wahr, Padre?«“

Lucinde Hutzenlaub schreibt einen sizilianischen Wohlfühlroman mit einer Story entgegen dem Mainstream. Es gibt keine von Anfang an sympathische, witzige und extrovertierte Protagonistin. Aurelia ist einfach anders und fühlt sich eher als hässliches Entlein. Sie sieht nicht, dass sie für Andere auf ihre besondere Art liebenswert ist. Aurelia macht im Verlauf der Geschichte eine sympathische und realistische Entwicklung durch, bei der ein Leser absolut mitfiebert.

„Lieber ein Tag als Löwe als hundert als Schaf“

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, verständlich und mit vielen italienischen Sprichwörtern und kleinen Flüchen bestückt. Der Leser bekommt Liebe, Witz mit viel Humor und spannungsreichen Wendungen geboten. Das Buch liest sich weg und ist für mich abwechslungsreich. Größtenteils lesen wir aus Sicht der Protagonisten Aurelia. Zwischendurch gibt es kleine Zwischenansichten anderer Nebenprotagonisten, die dem Lesefluss nur fördern.

„»Liebe kann alles bewirken«, fährt er fort. »Sie versetzt Berge. Sie gibt dir Kraft und lässt dich Wege gehen, die du zuvor noch nicht einmal als Pfad wahrgenommen hast. Sie lässt dich Schwierigkeiten überwinden und glauben, dass alles möglich ist. Aber das Beste ist: Wenn du sie gefunden hast, weißt du das. Und von diesem Moment an gibt es keine Zweifel mehr.«“

Mit dem sizilianischen Leben und Genüssen trifft die Autorin meine Sehnsucht nach Fernweh. Ein toller Sommerroman mit einer anderen Protagonistin.

Lucinde Hutzenlaub ist Autorin, Kolumnistin bei der Donna und managt eine Großfamilie mit vier Kindern. Ihr Buch »Ich dachte, älter werden dauert länger« (mit Heike Abidi) stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Zur Belohnung gönnt sie sich eine Sizilienreise – verliebte sich in die Insel, das Essen und eine andere sehr große Familie und erfand die Geschichte zu »Pasta d‘amore«, ihrem neuen Roman.“

Besonders erwähnte Rezepte sind:

Penguin Verlag